Klimaschutzkonzept in Freiberg - 4 Stimmen dafür
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Das Freiberger Klimaschutzkonzept (https://www.freiberg.de/leben-und-freizeit/bauen-wohnen/integriertes-klimaschutzkonzept) wurde am 28.1.2021 vom Freiberger Stadtrat auf den Weg gebracht. Freiberg klimaneutral, ein Bündnis aus 10 Freiberger Vereinen und Initiativen, die im Umweltbereich aktiv sind, hat diesen Prozess mit angestoßen und seit dem auch mit begleitet. Bislang wurde das Klimaschutzkonzept, welches eigentlich 2022 hätte verabschiedet werden sollen, aber nicht im Freiberger Stadtrat abgestimmt. Am 7. Mai 2025 steht das Klimaschutzkonzept auf der Tagesordnung des Stadtrates, allerdings erneut nicht zur Verabschiedung. Energiekrisen durch Kriege, wie in der Ukraine und dem Iran, verdeutlichen aus unserer Sicht wie notwendig eine Energiewende ist.
Auch aus Wirtschaft, Naturschutz und Kirche gibt es prominente Stimmen die sich einen baldigen positiven Entscheid des Stadtrats zum Klimaschutzkonzept wünschen. Zu ihren Beweggründen gehören neben Kostenersparnissen für Freiberg, etwa durch eine höhere Effizienz, auch der Schutz der Natur. Zudem würde ein Klimaschutzkonzept auch die Attraktivität des Standorts Freiberg für Fachkräfte erhöhen.
Die ausführlichen Statements finden Sie unterstehend.
Pfarrer Dr. Michael Stahl
„Der Entwurf des Klimaschutzkonzepts für die Stadt Freiberg dient der Verringerung der Emission von Treibhausgasen, zeigt aber deutlich, dass etliche Maßnahmen, die diesem Ziel dienen, zugleich das Potenzial haben, die Lebensqualität in Freiberg weiter zu erhöhen sowie langfristig Kosten im städtischen Haushalt zu verringern. Investiert werden muss immer. Klug investiert wird, wenn die Investitionen einem Konzept und einer Strategie folgen, die für sich beanspruchen dürfen, nachhaltig und damit generationengerecht zu sein. Freiberg mit der TUBAF als Ressourcenuniversität in seiner Mitte und der Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens durch von Carlowitz im Rücken steht es gut zu Gesicht, sich auch in den kommenden 20 Jahren mit dem integrierten Klimaschutzkonzept auf einen klugen und nachhaltigen Weg städtischer Entwicklung zu begeben.“
Dr. Cindy Krause (Geschäftsführerin IHK Chemnitz – Regionalkammer Mittelsachsen)
„Die IHK Chemnitz hat sich zu nachhaltigem Planen und Agieren im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele verpflichtet und setzt sich für eine starke Innovationskultur ein. Die Kammer begleitet aktiv Unternehmen bei den anstehenden Transformationsprozessen und unterstützt aktives unternehmerisches Handeln bei Klimaschutz und CO2-Reduzierung. Vor dem Hintergrund begrüße ich die Aufstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes der Stadt Freiberg als langfristige Strategie zur Senkung von Treibhausgasen. Ich war als Vertreterin der regionalen Wirtschaftsunternehmen aktiv im Prozess beteiligt und sehe solch ein Konzept als wichtige strategische Grundlage für die Zukunft der Stadt. Im Wettbewerb um Fachkräfte und Investitionen ist Klimaschutz ein wichtiger Standortfaktor. Der Maßnahmenplan enthält aus meiner Sicht wichtige Ansätze, um gemeinsam einen Beitrag für den Klimaschutz der Stadt zu leisten. Mit einem beschlossenen Klimaschutzkonzept schaffen die Stadtverwaltung und der Stadtrat die Voraussetzung zum Zugang von weiteren Fördermitteln zur Umsetzung von Maßnahmen, zur Planungssicherheit von Investitionen und für verbesserte Energieeffizienz und geringere Betriebskosten. Es ist zu begrüßen, sich weiter mit dem Thema Klimaschutz zu beschäftigen. Verbesserte Rahmenbedingungen erhöhen die Attraktivität des Standorts für Fachkräfte, stärken den Wirtschaftsraum und können Immobilienwerte steigern.“
Hiltrud Anacker (Superintendentin Kirchenbezirk Freiberg):
„Während ich schreibe, scheint der Frühling sich langsam Bahn zu brechen. Das zu beobachten, fasziniert mich jedes Jahr. Wie stark Natur doch sein kann! Zugleich weiß ich darum, dass dieses Gefüge stark bedroht ist, wenn ich wahrnehme, dass Winter milder und Sommer trockener geworden sind. Daraus folgt, dass Tiere und Pflanzen, wie ich sie noch kennengelernt habe, nur schwer oder nicht mehr hier überleben können. Es macht mich traurig, wenn ich davon erfahre, dass Arten aussterben. Diesen Prozess umzukehren, fehlt der Menschheit die Kraft. Aber ignorieren dürfen wir ihn definitiv nicht. Ich bin überzeugt, dass wir nicht erst morgen darüber nachdenken müssen, welchen Anteil wir als Menschen haben. Ich bin auch überzeugt, dass wir - jede und jeder einzelne - darüber nachdenken müssen, wie wir verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umgehen und aus diesen Überlegungen Schlussfolgerungen zu ziehen haben zugunsten der Natur. Ich begrüße, dass die Stadt Freiberg an einem Klimaschutzkonzept arbeitet und auch schon vorgestellt hat. Um so wichtiger ist aus meiner Perspektive, dass dieses im Stadtrat auch verabschiedet wird. Dies würde das Konzept aus einer Freiwilligkeit (wie wir uns für Umwelt und Natur einsetzen) in ein gemeinsames Engagement holen. Das bündelt Kräfte, so dass die große Aufgabe schaffbar wird.“
Vorstand NABU Freiberg:
„Der Beschluss des IKK ist im Sinne einer Willenserklärung mit gesetzten Leit-Ideen absolut begrüßenswert. Entscheidend wird sein, wie die konkrete Ausgestaltung von erwähnten Fachplänen angegangen wird (kommunale Wärmeplanung und Solarkampagne, Klimaresilienz- und Artenvielfalt-steigernde Bewirtschaftung städtischer Liegenschaften; sowie der Aufbau eines interkommunalen Umweltbildungszentrums). Wir bringen uns an geeignter Stelle gern weiter ein.“










